Ratinger Hof
Bevor aus Namen Geschichte wurde

Als sie noch keiner kannte

Spätere Namen im Ratinger Hof, als sie noch Leute mit Ideen, Instrumenten und wenig Geduld waren.

Bevor aus Namen Geschichte wurde

Später standen die Namen auf Platten, Plakaten und in Büchern. Damals standen sie vielleicht am Tresen, vor der Tür oder irgendwo dazwischen. Nicht jeder wusste schon, wer einmal wichtig werden würde. Wahrscheinlich war das auch besser so.

Der Ratinger Hof war kein Warteraum für Berühmtheit. Er war ein Ort, an dem Musik, Kunst, Langeweile und Wut aufeinandertrafen. Die Geschichte des Hofs erzählt von dieser dichten Zeit. Hier geht es um den Moment davor: bevor aus einer Band ein fester Name wurde und aus einem Namen eine Geschichte.

Bandnamen, die später hängen blieben

DAF, Fehlfarben, Mittagspause, Male, Der Plan, S.Y.P.H., Östro 430, ZK und Die Krupps tauchen im Zusammenhang mit dem Ratinger Hof und seiner Zeit immer wieder auf. Das heißt nicht, dass jede Erinnerung gleich aussieht oder jeder Abend bereits sauber belegt ist. Es heißt: Diese Namen gehören zu den Spuren, die man ernst nehmen und genau anschauen sollte.

In Namen & Nächte stehen sie nicht als Starparade. Das wäre zu einfach. Interessant ist, wie eng damals Musik, Kunstakademie, Freundschaften, Zufälle und die Ratinger Straße zusammenlagen. Es ging nicht immer um die Bühne. Manchmal ging es nur darum, wer überhaupt noch da war.

Male, Flipper, Hof: ein Foto von 1979

Die Archivfotos von Ralf Zeigermann geben einigen dieser Namen ein Gesicht und einen Raum. Zu sehen sind unter anderem Male live mit Stefan Schwaab und Jürgen Engler, außerdem Jürgen Engler und Peter Hein am Flipper. Die Bildtexte stammen aus der alten Fotoseite. Sie sind wertvoll, aber keine Lizenz zum Ausschmücken.

Auf einem anderen Bild stehen Menschen vor dem Hof. Wieder andere zeigen Leute aus dem Umfeld der Kunstakademie. Das ist näher dran als jede nachträgliche Legende: nicht „die Szene“, sondern ein Abend, ein Foto, ein Name am Rand.

Nicht nur die auf der Bühne

Ein Ort wie der Ratinger Hof bestand nie nur aus denen, die später auf dem Cover standen. Da waren Fotografen, Leute aus der Akademie, Freunde, Türleute, Stammgäste, Mitläufer, Gegenläufer und Menschen, deren Namen heute vielleicht nur noch in einem Bildtext auftauchen.

Die Fotos vor dem Ratinger Hof von 1982 bewahren genau solche Spuren: Spitznamen, Gesichter, offene Schreibweisen und Fragen. Nicht alles muss zum großen Mythos werden. Es reicht manchmal schon, wenn jemand auf einem alten Bild wieder einen Namen bekommt.

Große Namen, kleine Belege

Man kann aus dem Ratinger Hof schnell eine Liste machen. Dann steht viel Wahres nebeneinander und manches, das nur oft genug erzählt wurde. Besser ist: bei jedem Namen fragen, was dazu gehört. Ein Foto? Ein Flyer? Ein Interview? Eine eigene Erinnerung? Oder nur der Satz eines anderen?

Die Quellen und Fundstellen sind dafür da, dass Geschichten nicht größer werden müssen, als sie sind. Und die Archivspuren bleiben offen für Ergänzungen. Erinnerung darf wackeln. Sie sollte nur nicht so tun, als wäre sie ein amtlicher Stempel.

Wer fehlt noch?

Vielleicht fällt dir ein Name ein, der noch nicht auftaucht. Vielleicht kennst du einen Abend, einen Bandwechsel, ein Foto oder eine Person, die damals einfach immer da war. Schick den Hinweis über den Kontakt, am besten mit Jahr, Anlass oder Fundstelle. Wenn etwas unsicher ist, schreib es dazu. Das macht den Hinweis nicht schlechter, sondern brauchbarer.

Auch das Gästebuch ist für kurze Erinnerungen offen. Nicht erst polieren. Nicht warten, bis alles wieder weggeräumt ist.